Pfarrkirche St. Peter und Paul

Seit Jahrhunderten überragt der Turm von St. Peter und Paul die Stadt Hofheim und ist ihr so zum Wahrzeichen geworden. Vielleicht sind auch Sie durch seinen Fingerzeig neugierig geworden auf dieses Gotteshaus inmitten des historischen Stadtkerns.

Unsere Kirche ist ein Ort, der für Christen seit vielen Generationen Raum der Begegnung miteinander und mit Gott in ihrer Mitte ist.

Wo Gott Raum bietet, Mensch zu sein, vor ihn zu treten, so, wie wir sind, ist jeder willkommen. Das gilt nicht nur für die Gottesdienstzeiten. Deshalb bemühen wir uns als Gemeinde, die Kirchentüren tagsüber offen zu lassen, (auch wenn wir immer wieder erleben müssen, daß sich dadurch einige zu grobem Unfug eingeladen fühlen).

Kirchturm St .Peter und Paul

©PR Hofheim-Kriftel

Rückansicht St. Peter und Paul

©PR Hofheim-Kriftel

Das heutige Kirchengebäude hat mit dem ursprünglichen Bau des 15. Jahrhunderts nur noch wenig gemein. Bereits im 18. Jahrhundertwurde die Kirche im zeitgemäßen Barockbaustil vergrößert. Um einer weiter wachsenden Gemeinde Raum zu geben, plante der Mainzer Dombaumeister Becker vor rund 80 Jahren eine Erweiterung in neobarockem Stil. Dazu passend erhielt der Kirchturm, der bis dahin einen achteckigen Turmhelm trug, einen Haubenhelm. Auf Grund der örtlichen Gegebenheiten (Platzmangel) konnte St. Peter und Paul nicht in der gebräuchlichen west-östlichen Ausrichtung vergrößert werden. Das gotische Hauptschiff zwischen dem mächtigen Turm im Westen und dem bis heute erhalten gebliebenen Chor im Osten wurde abgebrochen und statt seiner ein neues Hauptschiff in Nord-Süd Ausrichtung gebaut. Heute steht der Altar im Schnittpunkt der beiden Achsen zwischen Turm und gotischem Chor und Haupteingang und Chor des Becker-Baus. Ein bewusst gewählter Ort: Kontinuität und Wandel, Geschichte und Gegenwart, Alt und Neu treffen sich hier, wo Christus in unserer Mitte gegenwärtig wird.

Altarraum

©PR Hofheim-Kriftel

Ambo

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Die Neugestaltung des Altarraums geht auf einen Entwurf des Künstlers Friedrich Koller zurück. Aus seiner Werkstatt stammen auch die Ausstattungsgegenstände: Altar und Ambo, Leuchter, die Fassung des Vortragekreuzes und die Sedilien für Priester, Lektor und Ministranten. Beschränkung in Form und Material erzeugen den Eindruck der Reduzierung auf das Wesentliche. Die Achsen des alten und neuen Kirchenraums und damit auch die vier Himmelsrichtungen als Symbol „aller Enden der Erde“ sind im Fuß des Altars aufgenommen.

Die Vierzahl kennt schon das Alte Testament als Sinnbild der Wirkmacht Gottes in Raum und Zeit (so in der Vision des Ezechiel von den vier Kerubim, die in vier Richtungen gehen und schauen).

Detail des Altars

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Geborgen im Zentrum die Kugel, die an die Erdkugel erinnert. In ihrem Inneren wurden mit der Altarweihe am 24. Oktober 1999 Reliquien der Märtyrer Felicitas und Felix beigesetzt. Sie haben hier ihren Ehrenplatz. Die quadratische Altarplatte aus Jura-Mamor nimmt die Symbolik der Vierzahl ebenso auf wie die antiken und biblischen Vorstellungen, nach denen das Viereck mit den gleich langen Seiten Zeichen einer vollkommenen Schönheit ist, wie sie nur aus Gott kommt. So hatte auch das Allerheiligste des alttestamentlichen Tempels als Grundform das Quadrat.

Der Altar wird von vier Leuchtern flankiert , die von Christus als dem Licht der Welt künden. Förmlich aus dem Boden zu wachsen scheint das Lesepult, das als Tisch des Wortes das Gegenstück zum Altar als Tisch des Brotes bildet.

Als liturgischer Ort großer Bedeutung wurde mit der jüngsten Kirchenrenovierung der Taufbrunnen wieder ins direkte Blickfeld der Gottesdienstgemeinde gerückt.

Das Taufbecken wird von vier (!) Löwen getragen, die aus dem 13. Jahrhundert stammen – wohl das älteste Ausstattungsstück unserer Kirche.

Vom Taufbecken aus hat man einen guten Blick auf die Orgel, die im Jahr 1981 von der Orgelbaufirma Fischer & Krämer, Endlingen a. K. neu erbaut wurde. Der Orgelprospekt lehnt sich in der Formgebung an sein barockes Gegenüber, den sogenannten Hochaltar an.

Der Pfarrgemeinderat St. Peter und Paul hat fünf Kirchenführer erstellt, die den Kirchenraum in verschiedenen Aspekten vorstellen und im Februar 2016 in zweiter Auflage erschienen sind.

Kirchenführer St. Peter und Paul

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